Last Updated on 11 Jahren by TmoWizard
Werte Leserinnen und Leser,

Quelle: Wikipedia
der Titel deutet es schon an:
Es geht um Microsoft Windost XP bzw. um dessen Ende am 8. April 2014 und was eventuell danach auf den Rechner kommt.
Passend dazu habe ich mir ein paar Artikel ausgesucht, aus denen ich zitieren werde. Dabei gehe ich nicht auf entsprechende Beiträge in den Foren ein, obwohl die Diskussionen und Meinungen dort immer wieder mal einen Blick wert sind… oder so! :twisted: Als Erstes kommen dazu ein Artikel von Heise Online und einer von golem.de zum Zug, die den aktuellen Zustand in Deutschland beleuchten:
heise. de: Niedersachsen verlängert XP-Support bis 2015
golem.de: Windows XP: Niedersachsen verlängert Support für ein Jahr
Nur so zur Information ein Link zu den Bestimmungen von Microsoft über den Supportzeitraum:
Microsoft Support Lifecycle-Richtlinien
Es ist also schon seit Jahren offiziell bekannt, das der Support für Windows XP eigentlich bereits vor 3 Jahren abgelaufen ist! Und doch war und ist die Regierung von Niedersachsen (und nicht nur die) nicht in der Lage, sich rechtzeitig um das Problem zu kümmern. Ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist. Wenn ich so arbeiten würde, dann hätte ich da jedenfalls ein ziemliches Problem an der Backe.
Inzwischen hat aus meinem Umfeld kein von mir betreuter Rechner solch ein altes System, dort laufen inzwischen Windows 8.*, Windows 7 und (immer öfter) natürlich *buntu 12.04.4 LTS (Linux). Also lauter Systeme, die noch mindestens 3 Jahre kostenlos mit Updates versorgt und auch vom Hersteller (und im Notfall von mir) supportet werden! Gerade jetzt stehen hier bei mir ein alter Desktop und ein etwas neueres Notebook, welche nun beide mit dem Linux laufen. Der Desktop schafft leider kein KDE, sonst würde dort wie auf dem Notebook und auch bei meinem eigenen Desktop Kubuntu/KDE rennen.
Auf ein Neues…
Zumindest im privaten Bereich sind die Leute im Allgemeinen vernünftiger wie unsere Korinthenkacker Politiker und die meisten überlegen schon seit Langem, auf was sie denn nun umsteigen oder sie sind sogar schon umgestiegen. Hier kommt dann aber auch schon die erste Frage auf, nämlich was man denn statt Windows XP verwenden kann. Vor allem ältere Rechner haben meistens das Problem, daß ein modernes Betriebssystem dort nicht mehr läuft… oder etwa doch?
Tatsächlich würde auf dem oben erwähnten Desktop Windows 7 funktionieren, ein bißchen wenigstens! :mrgreen: Schnarchlangsam, so daß man damit nicht mehr richtig was anfangen kann. Allerdings wird die Netzwerkkarte nicht erkannt, Internet und E-Mails würden also ausfallen. Das hat allerdings den Fehler, daß er genau dafür gedacht ist! Also soll ich eben Linux installieren und mal sehen, was dann passiert.
…mit Linux (32 Bit) zum Ersten
Also dann frisch an’s Werk und erst einmal Kubuntu installiert… Lief auch, aber wie schon Windows 7 sehr langsam, dann kamen noch ein paar Updates und das war es auch schon. Der selbe Versuch nun mit Xubuntu, da Xfce kein solch ein Speicherfresser ist. Live-CD rein, Rechner starten und nichts ging mehr!
Letzter Versuch: Ubuntu, das Original! DVD rein, einschalten und testen, geht. Also installieren, geht auch. Updates installiert, Läuft immer noch! Nun steht er zum weiteren Test hier und alles scheint ordnungsgemäß zu laufen, es müßen nur noch zwei weitere Programme installiert werden, so daß der Rechner am Freitag seinem Besitzer überbracht werden kann. Dort sehen wir dann, was der Drucker und der dort vorhandene Monitor dazu sagen.
…mit Linux (64 Bit) zum Zweiten
Der oben erwähnte Laptop ist eine andere Geschichte, die aber auch dazu paßt. Relativ neu, ~2,5 Jahre alt. Gekauft mit Windows XP und vor einem halben Jahr oder so von mir umgestellt auf Windows 7, soweit so gut. Nur üblicher Weise gibt es ja noch andere Bekannte (Freunde will ich die nicht wirklich nennen), die sich auch auskennen… denken sie jedenfalls.
Da werden dann alle möglichen Tools zum „Beschleunigen“ installiert, die alleine durch ihre im Hintergrund laufenden Prozesse den Rechner erst so richtig ausbremsen und wirklich gar nichts bringen. Andere Dinge wie Toolbars lasse ich mal unerwähnt, das genügt so schon. Jedenfalls war das Arbeiten mit dem Teil einfach nur noch eine Qual und nach einigen Überlegungen wurde beschloßen, daß dort nun ein Kubuntu seine Arbeit verrichten soll… was gleichzeitig bedeutet, daß nur noch ich und noch eine weitere Person uns darum kümmern!
War eigentlich ganz einfach nach der Datensicherung: DVD rein in’s Laufwerk, von dieser starten und dann Kubuntu 12.04.4 (64 Bit) installieren. Die komplette Hardware wurde sofort erkannt und der Besitzer konnte nach der Installation einiger weiterer Programme fast wie gewohnt weiter arbeiten. Eine Umstellung ist für ihn allerdings der Dateibrowser Dolphin, aber so langsam hat er auch dort den Bogen raus. Alle anderen Programme sind die selben, die er schon unter Windows seit Windows XP verwendet. Alles weitere wird dann später mit TeamViewer erledigt, da Uelzen doch ein paar Meter von Augsburg entfernt ist.
…mit Windows
Andere Situation mit neuerem Rechner, dort sind jedoch einige Kaufprogramme mit im Spiel: Linux? Keine Chance! Gleich Windows 8.*? Öhm… Auf dem Desktop? Garantiert nicht! Nichts gegen Windows 8, aber bitte nur mit Touchscreen! Erst dann macht dieses System Spaß, dann aber so richtig! Ich spreche schreibe das aus Erfahrung, da ich immer wieder auf einem entsprechenden Notebook arbeiten darf. Außerdem hat der Rechner den Fehler, das der Flatscreen ein in ~3 Meter Entfernung an der Wand hängender sehr großer Fernseher ist und (fast) kein mir bekanntes Wesen so lange Arme hat!
Hier war also die Frage, ob die Kaufprogramme alle ersetzt werden können. Meiner Meinung nach teilweise ja, da die alte Photoshop-Version sowieso keine Updates mehr bekommt, ebenso wie auch die anderen Programme außer dem Virenscanner. Die Besitzerin verwendet tatsächlich zu Photoshop den Gimp und gibt auch zu, daß der eigentlich genügen könnte. Auch für die anderen Programme gäbe es Ersatz, aber da geht’s dann los.
Sie verwendet den Media-Player Audials und da kann wirklich kein Programm von Linux mithalten! Dieses Manko hatte ich damals bei meinem Umstieg schon, denn auch an „Creative Media Source„ kommt weder unter Linux noch unter Windows ein Programm auch nur annähernd hin außer eben Audials! Klar kann man sich an Amarok gewöhnen, ich hab das ja auch geschafft. Und doch fehlt dort vieles, wofür ich jetzt extra mehrere andere Programme verwenden muß, die zum Teil auch noch mehr als nur dürftig sind!
Der Fall war also klar, es mußte Windows 7 auf den Rechner. Viele von euch kennen das ja, was dann auf einen zukommt. Die Installation dauert ewig, dann kommen die ganzen Updates dazu und dauernde Neustarts machen auch viel Spaß. Danach werden nach und nach alle externen Geräte angeschloßen und deren Treiber installiert, wir spielen also wieder einmal das beliebte Spiel „CD/DVD wechseln“.
Besondere Geräte brauchen dann auch eine besondere Behandlung, in dem Fall der Scanner:
- Scanner anschließen, er wird auch erkannt und es wird nach der CD gefragt
- CD einlegen und Treiber installieren, dann den Rechner neu starten
- Scanner ist wieder weg, wird neu erkannt und es wird wieder nach der CD gefragt
- Goto 2.
Wenn dann alle Geräte nach einigen Stunden Installations- und Update-Orgie endlich funktionieren kommen die restlichen Programme dran mit herunter laden und ebenfalls installieren. Erst mal ein vernünftiger Browser, in dem Fall wie bei mir SeaMonkey und für Notfälle den Chrome. Dann LibreOffice, Gimp, VLC und noch ein paar andere, man will mit dem Rechner ja auch was arbeiten können.
Alles in allem braucht man für eine komplette Neuinstallation von Windows 7 mit allem drum und dran locker mal 6 – 8 Stunden, damit alles richtig läuft!
Selber Rechner zuvor im kurzen Test mit Kubuntu:
- Alle Geräte anschließen
- Rechner von DVD booten
- Kubuntu installieren
- Eventuell entsprechenden Treiber für die Grafikkarte (hier AMD/ATI) installieren
- Updates installieren
- Über die Programmverwaltung die zusätzlichen Programme auswählen und installieren
Nach ~2,5 Stunden wurden bereits mit SeaMonkey die E-Mails abgefragt, der Rechner lief tadellos und schnell… nur eben ohne Photoshop und die anderen Programmen!
Ja was nun?
Hier kommen nun ein weiter Artikel und ein dazu gehöriges Sonderheft von Heise in’s Spiel:
c’t Special: Umsteigen auf Linux
Ich gehe jetzt nur auf einen einzigen Punkt des Artikels ein, den ich hier zitiere:
Die c’t-Redaktion erklärt, wie man Linux parallel zu Windows installiert, Daten und Programme von Windows nach Linux übernimmt und sich in Linux zurechtfindet. Artikel beschreiben, wie man das alte Windows in eine virtuelle Maschine packt und externe Hardware wie Drucker, Scanner und MP3-Player nutzt. Ein Überblick über die wichtigsten und interessantesten Linux-Anwendungen rundet das Heft ab.
Dazu folgendes:
1. […] wie man Linux parallel zu Windows installiert
Nette Idee, wenn denn genug Platz auf der Platte ist! Meiner Ansicht nach sogar für den Anfang die beste Lösung, da man dadurch für Notfälle immer mal wieder zwischen Linux und Windows XP (und darum geht es ja!) hin und her schalten kann. Andererseits dauert ein jeweiliger Neustart natürlich auch immer seine Zeit, was den meisten Anwendern wohl weniger gefallen wird. Sie werden sich irgendwann für ein System entscheiden, je nach vorhandenen Programmen wird das wahrscheinlich in den meisten Fällen Windows sein! Bei älteren Geräten aber ist es trotzdem die bessere Lösung, doch dazu gleich mehr.
2. […] das alte Windows in eine virtuelle Maschine packt
Hallo Heise, es geht hier um alte Rechner mit Windows XP! Hier steht wie oben geschrieben so ein altes Ding (Intel Celeron, 2,8 GHz, 740 MB RAM), da installiert nur ein absolut wahnsinniger eine virtuelle Maschine! Das kann ich hier mit meinem Athlon II X2 mit 2*2,8 GHz und 6 GB RAM machen, der schafft das locker. Aber spätestens mit meinem alten Sempron 2200+ mit 1,8 GHz geht der Rechner mal gewaltig in die Knie, wenn ich da eine virtuelle Maschine mit Windows XP oder einem anderen System starten würde! Die Startzeit ist jenseits von gut und böse, arbeiten kann man damit erst recht nicht mehr.
Hier muß ich leider sagen, daß Heise da irgendwie nicht wirklich mitgedacht hat. Wer einen alten funktionierenden Rechner hat, der wird ihn wohl kaum gegen was Neues austauschen. Es gibt hier nur 3 Möglichkeiten:
- Der Dual-Boot mit Windows XP und Linux
- Nur Linux
- Weiterhin Windows XP, wenn einem die Sicherheit nichts wert ist oder der Rechner komplett von der Außenwelt abgeschnitten wird.
Mein Fazit:
Je nach Situation ist es ohne Probleme möglich, daß man von Windows XP auf ein Linux umsteigt. Vor allem ältere Geräte werden dort besser erkannt wie bei Windows 7/8/8.1. Am Besten testet man das mit einer Live-CD, installieren kann man das dann später immer noch. Bei neueren Geräten sollte man sich jedoch genauer überlegen, welches Betriebssystem man verwenden. Tatsächlich ist es aber so, daß bei den meisten Anwendern ein Linux wie *buntu für den Alltagsgebrauch genügt.
Der größte Teil der Anwender verwendet seinen Rechner wohl für folgende Dinge:
- Internet (surfen & Games im Browser, E-Mails, Chat/Skype)
- Musik und Videos
- Ab und zu mal ein Briefchen schreiben
In meinem Umfeld werden dazu unabhängig vom System folgende Programme verwendet:
- Firefox & Thunderbird oder SeaMonkey, Chrome/Chromium, Opera, Skype
- VLC-Player
- OpenOffice oder LibreOffice
Alle aufgezählten Programme können also weiter verwendet werden.
Anders sieht es aus, wenn man teure Windows-Programme verwendet oder auch Gamer ist. Hier sollte man sich doch überlegen, ob man doch einen billigen neuen Rechner kauft und Windows 7 darauf installiert.
Die Zeit von Windows XP ist definitiv vorbei, nach inzwischen 13 Jahren sollte man hier Verständnis für Microsoft haben. Kein Betriebssystem wurde jemals so lange mit Updates versorgt und es ist auch seit mehreren Jahren bekannt, daß der Support dafür zu Ende geht. Wer sich heute immer noch nicht nach etwas passendem umgesehen hat, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen!
Adieu Windows XP, wir hatten eine gute Zeit zusammen!
Viele Grüße nun an alle aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg
Mike, TmoWizard
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