Last Updated on 12 Jahren by TmoWizard
Werte Leserinnen und Leser,
ich möchte euch einmal ein klassisches Beispiel des gar nicht vorhandenen Qualitätsjournalismus aufzeigen, für welches man ja ganz dringend und unbedingt ein Leistungsschutzrecht (LSR) benötigt! Es dreht sich dabei um eine aktuelle Studie über die Zuwanderung in Deutschland, welche derzeit natürlich auch durch die Presse geistert. Ich habe mir dafür nur 5 Artikel heraus gesucht, es gibt da wesentlich mehr, aber diese 5 sollten wohl genügen!
Folgende Artikel sollen durch das LSR geschützt werden:
Dumme Frage: Wer hat da von wem kopiert und was bitte soll an solchen Copy & Paste-Aktionen qualitativ oder gar schützenswert sein? Ich habe diesmal keine gefunden, aber normaler Weise werden bei solchen Aktionen sogar die Rechtschreib- und Grammatikfehler übernommen. Für solch einen angeblichen „Qualitätsjournalismus“ sollen Google und andere tatsächlich etwas zahlen? Das ist ja wohl ein ziemlich schlechter Scherz!
Ich frage mich hier immer wieder, was sich die „Journalisten“ dabei überhaupt denken. Da gibt es keine Recherche und nichts und dann wundern sich alle über das Pressesterben. Ich ehrlich gesagt nicht, die Verlage haben sich ihren Tot selber zuzuschreiben und redlich verdient. Die wollen für solch einen Unfug nicht nur von den Lesern Geld haben, sondern jetzt auch noch von Suchmaschinen und Newsagregatoren, dabei sind diese Artikel eigentlich keinen Pfifferling wert, die spinnen doch komplett!
Man sieht bei solchen Artikeln immer wieder, um was es wirklich geht: Wie bei unserer ReGIERung nur um Geld und Macht! Wer dabei wen bezahlt und bevorzugt steht auf einem anderen Blatt, aber vielleicht hilft ja auch der eigene Bruder im Kanzleramt beim LSR ein wenig nach, dann bleibt das Geld wenigstens in der Familie!
Natürlich sind das so Dinge, die man in der „Qualitätspresse“ garantiert nicht findet. Da wird wesentlich lieber die Lüge verbreitet, daß Google mit „gestohlenen“ Artikeln durch Google News eine Menge Geld verdient. In der Presse wird nämlich durchgehend verschwiegen, daß bei Google News gar keine Werbung vorhanden ist, Google verdient damit also ganz genau 0,00 $ (in Worten: Null Komma null Dollar). Wie man einen Artikel stehlen kann würde mich übrigens auch einmal brennend interessieren!
Kundenschwund:
Wundert sich eigentlich bei solch einem Verhalten außer den Verlegern noch irgend jemand, daß den Verlagen die Leser weg bleiben? Ich ehrlich gesagt nicht, im Gegenteil! Ich verstehe es nämlich ganz und gar nicht, daß immer noch so viele Leute für solch einen Schrott überhaupt noch Geld ausgeben. Von mir sehen die jedenfalls so schnell keinen Cent mehr, ich kann mir meine Informationen auch anderweitig besorgen.
Man kann übrigens bei NachDenkSeiten sehr gut nachlesen, wie weit unsere Politiker und die Presse tatsächlich von der Realität entfernt sind. Ich möchte mal behaupten, das Wolfgang Lieb das Geschehen bei „25 Jahre Presseclub“ sehr gut zusammengefasst hat. Auch kann man hier genau erkennen, daß Politik und Presse auf einer ziemlich hohen Stufe zusammenarbeiten, frei nach dem Motto:
Macht und Geld zu Macht und Geld!
Es braucht sich also niemand mehr darüber wundern, daß man in den deutschen Medien z. B. stillschweigend über den Überwachungswahn unserer ReGIERung hinweg sieht.
Eine besorgniserregende Entwicklung:
Martin Weigert von NETZWERTIG.COM fasst in seinem Artikel den Wahn des LSR sehr schön in einem einzigen Satz zusammen (Zitat):
Ein derartiges Leistungsschutzrecht ist überflüssig und ein Eingriff in die Grundfunktion des Internets, es würde Innovation behindern und niemandem nützen – nicht einmal den Verlagen.
Wie wahr, wie wahr! Allerdings scheint das weder die Verleger noch die ReGIERung zu interessieren, sonst würden sie es wohl nicht so vehement verteidigen. Obwohl ich mir da irgendwie nicht so ganz sicher bin. Immerhin könnte man ein solches Gesetz ohne Umstände auch sehr schnell auf die unliebsame „Konkurrenz“ der Blogger erweitern, die man dadurch dann zum Verstummen bringen kann. Das würde mit Sicherheit auch der ReGIERung gefallen, da man hiermit auch solche Artikel wie hier auf meinem Castle verhindern könnte!
Öhm… HÄ? Ja, ihr lest richtig:
Das LSR ist ohne großen Aufwand als Zensurmaßnahme einsetzbar!
Wie kann man am besten verhindern, daß ein Verschwörungstheoretiker seine Artikel beweisen kann? Man verbietet ihm einfach per Gesetz das Verwenden seiner Belege (Links zu Zeitungsartikeln!), schon kann man ihn als Spinner mundtot machen! Es ist dann ja auch keine Zensur, derjenige braucht ja nur die Artikel der Zeitungen kaufen. Dumm nur, daß sich das auf Dauer kaum jemand leisten kann! Außerdem hat man dann immer noch keine Genehmigung, dieses Material in eigenen Artikeln weiter zu verarbeiten.
Besorgniserregend daran finde ich übrigens, daß nur sehr wenige Blogger darüber schreiben! Begreifen die denn gar nicht, was da eigentlich passiert? Ein paar kleine Blogger wie ich, das war es aber auch schon. Von den „Großen“ liest man fast nichts, es scheint ihnen irgendwie am Arsch vorbei zu gehen! Ich finde es irgendwie traurig, daß fast nur solche Leute wie ich darüber bloggen, während viele große Blogger sich auch noch von der Presse anheuern lassen.
Mein Fazit:
Das LSR ist ein schwerer Eingriff auf die Freiheit im Internet, dieses Gesetz darf niemals durchkommen! Es ist erdacht von Menschen, die nur ihre Macht beweisen und ihre Konten noch weiter auffüllen wollen. Es schadet allen und niemand hat am Ende etwas davon! Im Gegenteil wird es höchstens das Pressesterben beschleunigen, dann würde es aber auch viele Unschuldige treffen. Die Journalisten können ja nichts dafür, sie machen ja nur ihre Arbeit.
Das Internet war und ist kein rechtsfreier Raum, die vorhandenen Gesetze gelten auch hier. Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist also gar nicht notwendig. Außerdem gehören die geschriebenen und zu schützenden Artikel gar nicht den Verlegern, sondern normaler Weise den Journalisten. Das dumme am LSR ist allerdings, daß genau die gar nichts davon haben!
Viele Grüße nun aus TmoWizard’s Castle
Mike, TmoWizard
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